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Worin besteht nun genau die Kunst des Lötens?

Löten ist, wenn zwei metallische Werkstücke mit Hillfe von geschmolzenen metallischen Bindemitteln (Lot) verbunden werden. Der Trick dabei ist, daß der Schmelzpunkt des Lots immer niedriger ist als der des zu verbindenden Metalls. Liegt er unter 450°C, spricht man von Weichlöten, liegt er darüber, von Hartlöten. lm Unterschied dazu werden beim Schweißen die zu
verbindenden Metalle durch Erhitzen bis zu ihrem eigenen Schmelzpunkt stofflich miteinander ”vereinigt”.
Beim Weichlöten werden die Fugen zwischen den zu verbindenden Metallen meist mit einer Legierung aus Blei und Zinn gefüllt. Wichtig ist, daß sie nach dem Erkalten nicht einfach an der Oberfäche des Fremdmetalls klebt, sondern sich mit ihr vereinigt. Dazu muß es ein wenig davon auflösen und in sich aufnehmen, also Mischkristalle in der sogenannten Diffusionszone bilden. Diese Kunst fällt dem Zinn zu, während
das Blei für das Verflüssigen des Lots und die mechanische Stabilität der Verbindung verantwortlich ist. Eine gelötete Verbindung besteht aus fünf Schichten:

  • Grundmetall
  • Mischkristallschicht
  • Erstarrtes Lot
  • Mischkristallschicht
  • Grundmetall
Für die größtmögliche mechanische Stabilität, also die Dauerhaftigkeit einer Lötstelle ist es wichtig, daß die Mischkristallschicht weder zu dick noch zu dünn sein darf. Ein idealer Wert wäre eine Mischkristalldicke von 0,5µ, welche bei 220 bis 280°C und ca. 2 Sekunden Lötzeit zustande kommt. Bei einer zu großen Mischkristallschicht wird die Lötverbindung brüchig und porös, ein geringerer Wert läßt auf schlechte oder keine mechanische Verbindung schließen.
 


Flußmittelreaktion während des Lötens an einer Leiterplatte, während ein Lötdraht mit Flußmittelseele eingesetzt wurde.

 
 
Querschnitt einer Lötverbindung
   
 
 
ERSA SolderWell Technologie

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